Planung
Planung
Ereignisse statt Zellen: neun Typen, drei Szenarien, ein einfrierbares Budget — und der Umbau-Rechner mit den Fristen des § 622 BGB.
Erklärt die Ansicht /bwa/planung
in der Anwendung.
Wofür diese Seite da ist
In den meisten Werkzeugen ist Planung ein Raster: zwölf Spalten, dreißig Zeilen, und irgendwer tippt Zahlen hinein. Nach drei Monaten weiß niemand mehr, warum in der Zelle „März, Personalkosten“ genau dieser Wert steht.
Bei Yupana ist ein Plan eine Liste von Ereignissen. Jedes ist ein Satz in Alltagssprache mit einem Gültig-ab-Datum; die Monatswerte rechnet die Maschine daraus. Der Vorteil ist nicht die Eingabe, sondern das Lesen: „Was ist im Szenario ‚Gut’ anders?“ ist eine Liste in Klartext statt eines Zahlenvergleichs.
Was du siehst
Der Szenariowechsler oben: Basis, Gut, Schlecht. Daneben Als Budget festlegen, Stresstest und Umbau rechnen.
Drei Zahlen: das Ergebnis über die Planmonate, dasselbe ohne die Ereignisse (die reine Fortschreibung) und die Differenz — was die Planung ausmacht.
„Was sich ändert“ — die Ereignisse mit Zeile, Gültig-ab und Wirkung.
„Aus deinen Daten“ — Vorschläge, die Yupana selbst ableiten kann: „Die Kündigungsfrist lief am … ab, der Vertrag verlängert sich bis …, die Kosten entfallen ab …“. Ein Klick macht daraus ein Ereignis.
Vorlagen für wiederkehrende Planungsmuster, verwaltbar an derselben Stelle.
Die neun Ereignistypen
| Typ | Was es bedeutet |
|---|---|
| Stelle besetzen | Eine Stelle mit beiden Seiten — Kosten und Ertrag |
| Einstellung / Abgang | Nur Personalkosten (ältere Typen, bleiben bestehen) |
| Gehaltsänderung | Tarifrunde oder Einzelanpassung, absolut oder in Prozent |
| Preisänderung | Wirkt auf die Erlöszeile, ab dem genannten Monat |
| Vertrag gekündigt | Der Betrag kommt aus dem Vertrag, nicht aus einer Schätzung |
| Neuer Vertrag | Gegenstück dazu |
| Einmaleffekt | Wirkt nur im Startmonat |
| Wachstum | Zusammengesetzt, monatlich oder aufs Jahr gerechnet |
| Auslastung / Stundensatz ändern | Wirken auf eine ganze Abteilung |
„Stelle besetzen“ statt „Einstellung“: Wer nur die Personalkosten plant, sieht das Ergebnis bei jeder Stelle sinken — und beantwortet damit die Frage „können wir uns noch jemanden leisten?“ strukturell falsch. Der neuere Typ nimmt Auslastung und Stundensatz der Abteilung dazu. Die alten Typen bleiben, weil bestehende Szenarien sich nicht rückwirkend ändern dürfen.
Szenarien und Budget
Ein Szenario ist eine Menge von Ereignissen auf derselben Grundlage — keine Kopie des Plans. Wer Best und Worst als Zahlenkopien führt, muss jede Grundlagenänderung dreimal nachziehen.
Sobald ein Szenario als Budget eingefroren ist, sind seine Ereignisse unveränderlich. Ein Budget, das sich nachträglich ändert, ist keines. Erst danach kann der Detektor Plan-Ist-Abweichung etwas finden; ohne Budget vergleicht er gegen eine Erwartung aus der Historie — und sagt auch das.
Umbau rechnen
Fällt eine Stelle weg, wirkt das nicht im nächsten Monat. Dazwischen liegt die Kündigungsfrist, davor liegen Abfindung und Urlaubsabgeltung.
Der Rechner nimmt die gesetzlichen Regelfristen nach § 622 BGB: vier Wochen zum 15. oder Monatsende, ab zwei Jahren Betriebszugehörigkeit gestaffelt bis zu sieben Monaten zum Monatsende. Die Abfindung folgt der Faustformel eines halben Monatsverdienstes je Beschäftigungsjahr (§ 1a KSchG) und lässt sich abschalten.
Mitgerechnet wird, was sonst niemand sieht: die Lizenzen an dieser Stelle. Ein Microsoft-365-Platz endet mit dem Menschen, eine Jahreslizenz erst mit ihrem Vertrag — dafür gibt es das Feld „Lizenzen gebunden bis“.
Das Ergebnis wandert auf Klick als Ereignisse in ein Szenario — je Stelle bis zu drei, weil Personalkosten, Einmalkosten und Lizenzen zu verschiedenen Zeitpunkten wirken.
Yupana schlägt niemanden vor. Es gibt keine Rangliste nach Kosten je Kopf: Die Auswahl ist Menschenwerk, die rechtliche Prüfung gehört zu einem Anwalt.
Personal im Plan
Gehälter je Stelle statt in einer Summe: Bezeichnung, Abteilung, Bruttogehalt, Eintritt, Austritt, geplante Erhöhungen, Beschäftigungsgrad. Daraus entsteht der Personalaufwand Monat für Monat — und daraus wiederum die Personalzeile in Plan-Ergebnis, Plan-Bilanz und Plan-Liquidität.
Der Plan führt Stellen, keine Menschen. Bezeichnung und Abteilung, kein Klarname. Das ist keine Stilfrage: Eine namentliche Gehaltsliste in einer Auswertung ist mitbestimmungspflichtig, und bei einer Betreiberin, die Informationssicherheit verkauft, wäre sie ein Eigentor.
Was „im Bestand“ bedeutet. Eine Stelle, die es heute schon gibt, steckt mit ihren laufenden Kosten bereits in der Grundlinie aus der BWA. Sie trägt deshalb nur ihre Änderungen bei — eine Erhöhung zum 1. Juli, einen Austritt im Oktober. Eine neue Stelle trägt ihre vollen Kosten. Ohne diese Unterscheidung stünde die halbe Mannschaft zweimal im Plan.
Für die Kasse zählt der Termin, nicht der Monat. Nettolohn und Sozialabgaben fallen im laufenden Monat an, die Lohnsteuer am 10. des Folgemonats (§ 41a Absatz 1 EStG). Auf dem Monatsraster wechselt damit genau ein Posten den Monat. Ist kein Lohnsteueranteil hinterlegt, verschiebt die Liquidität nichts — und sagt das, statt einen Anteil zu schätzen.
Die Vollkosten je Stelle kommen aus derselben Rechnung wie im Einstellungs-Rechner: Bruttogehalt, Arbeitgeberanteil, Arbeitsplatz. Zwei verschiedene Zahlen für dieselbe Stelle an zwei Stellen der Anwendung wären der sichere Weg, beiden nicht mehr zu glauben.
Woher die Zahlen kommen
Nie aus einem leeren Raster. Die Grundlage jeder Planzeile ist der fortgeschriebene Ist-Wert aus eurer Historie — Niveau plus Saisonverlauf. Ereignisse verändern ihn.
Die Vorschläge unter „Aus deinen Daten“ kommen aus den erfassten Verträgen und den erkannten Zahlungsrhythmen. Die Beträge in einem Vertragsereignis stammen aus dem Vertrag, nicht aus einer Schätzung.
Der Stresstest erzeugt drei Vorgaben auf Knopfdruck — Umsatz −20 %, Umsatz −30 %, Einkauf +10 % — jeweils als eigenes Szenario mit einzelnen Ereignissen. Die Annahme steht dabei: Der Materialeinsatz geht anteilig mit, Personal und Fixkosten bleiben zunächst.
Ein einzelner Monatswert lässt sich übersteuern. Die Notiz dazu ist Pflicht — ein Wert, der von der Rechnung abweicht und bei dem niemand weiß warum, ist in drei Monaten wertlos.
Was du damit machst
- Mit den Vorschlägen anfangen. Fünf Klicks, und die Planung enthält alles, was aus Verträgen ohnehin feststeht.
- Ein Szenario als Budget einfrieren, sobald die Zahlen beschlossen sind. Vorher misst niemand gegen etwas.
- Die Stresstests laufen lassen, bevor eine Investition zugesagt wird.
- Bei einem Personalthema den Umbau-Rechner nutzen — und das Ergebnis als Ereignisse übernehmen, statt es in eine Tabelle zu schreiben.
Fallen
⚠️ Ereignisse wirken ab ihrem Monat, nie rückwirkend. Ein Ereignis „ab 2026-08“ ändert Juli nicht.
⚠️ Rundung passiert am Ende der Rechnung. Zwölf gerundete Monate ergeben nicht das gerundete Jahr — ein Unterschied von wenigen Euro ist kein Fehler.
⚠️ Der Umbau-Rechner ist eine Planungsgröße, keine Rechtsberatung. Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung und Einzelvertrag können abweichende Fristen vorsehen; dafür gibt es das Feld „Frist abweichend“. Ob eine Kündigung zulässig ist und wie eine Sozialauswahl aussehen muss, entscheidet niemand hier.
⚠️ Ohne Eintrittsdatum, Kündigungstag und Bruttogehalt rechnet der Umbau nicht. Er sagt das, statt eine Frist zu raten — die Frist hängt an der Betriebszugehörigkeit.
Verwandt
- Cash-Radar — was der Plan für die Liquidität bedeutet
- Einstellung rechnen — die Gegenrichtung
- Befunde — der Plan-Ist-Vergleich nach dem Einfrieren
Zuletzt geändert: 30. August 2026
