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Banking-Software im Vergleich: welche liefert eine belastbare Liquiditätsprognose?

Banking-Software, ERP, Liquiditätstool oder BWA-Controlling: Welche Art eine belastbare Liquiditätsvorschau liefert und warum es Bankdaten und BWA braucht.

Jens Hagel aktualisiert am 15 Min. Lesezeit
Altes Steckfeld mit nummerierten Buchsen und eingesteckten Kabeln

Inhalt in Kürze

  • Banking-Software, ERP, Liquiditätstool und BWA-Controlling sehen dieselben Zahlungen und beantworten verschiedene Fragen.
  • Eine belastbare Liquiditätsprognose braucht zwei Quellen: Bankdaten für das Ist, BWA und Saldenliste für Ertrag, Kosten, Steuern und Plan.
  • Banking-Software liefert das genaueste Ist; über FinTS, EBICS und den Auszug im Format camt.053 kommt es in jede Auswertung.
  • Steuern und Abgaben haben feste Termine im Gesetz, ihre Höhe folgt aber Umsatz und Gewinn aus der BWA.
  • Für die meisten KMU trägt eine Kombination: Banking-Programm für den Zahlungsverkehr, Planung aus der BWA für die Monate danach.

Ein Beispiel: Der Kontostand zeigt heute 84.000 €. Reicht das bis zum Quartalsende? Die Banking-Software kennt den ersten Teil dieser Frage genau, die BWA den zweiten.

Dieser Vergleich ordnet die Software-Arten nach genau dieser Leitfrage. Er zeigt, welche davon eine Prognose trägt und welche Kombination für Ihren Betrieb passt.

Vier Software-Arten, eine Leitfrage: Reicht das Geld?

Eine belastbare Liquiditätsprognose verbindet den heutigen Bankbestand mit allem, was bis zum Stichtag sicher oder wahrscheinlich eingeht und abfließt. Jede Software-Art liefert dazu einen anderen Teil.

Vier Arten stehen im Mittelstand nebeneinander. Banking-Software und EBICS-Clients wickeln Zahlungen ab. Banking im ERP oder in der Buchhaltung gleicht Zahlungen mit offenen Posten ab.

Liquiditätsplanungs-Tools rechnen das Bankkonto in die Zukunft. Controlling auf Basis der BWA plant Ertrag und Kosten und übersetzt sie in Zahlungen.

Der Unterschied liegt in der Frage, für die jede Art gebaut wurde. Wer Funktionslisten vergleicht, übersieht ihn und wählt trotzdem falsch.

Warum eine Prognose Bankdaten und BWA braucht

Bankdaten zeigen, was gezahlt wurde; die BWA zeigt, warum und in welcher Größe es wiederkommt. Erst zusammen ergeben sie eine Vorschau, die über die nächsten zwei Wochen hinaus trägt.

Die Bankdaten liefern den Ausgangsbestand, den Rhythmus der Zahlungen und das tatsächliche Zahlverhalten Ihrer Kunden. Sie sind tagesgenau und unbestechlich.

Ihre Grenze ist die Richtung: Ein Kontoauszug kennt nur Vergangenes. Ein Auftrag, der nächsten Monat abgerechnet wird, steht noch auf keinem Konto.

Die BWA und die Summen- und Saldenliste liefern das Gegenstück. Dort stehen Umsatz und Rohertrag, Personal- und Sachkosten, die Saison der Vorjahre, offene Forderungen und Verbindlichkeiten.

Ihre Grenze ist die Zeit: Die BWA rechnet periodengerecht, nicht nach Zahlungstag. Ein Umsatz im März ist dort im März, das Geld kommt mit dem Zahlungsziel.

Was die Prognose brauchtaus den Bankdatenaus BWA und Saldenliste
Ausgangsbestandtagesgenaunur zum Monatsende
Zahlungsrhythmus und Zahlverhaltenjaüber die Forderungslaufzeit
Umsatz, Kosten, Saisonnur als Zahlungja, mit Vorjahren
Löhne samt Abgabenals AbbuchungPersonalaufwand je Monat
Steuerzahlungenals AbbuchungHöhe aus Umsatz und Gewinn
Offene Posten–Forderungen und Verbindlichkeiten
Plan und Szenarien–ja

Steuern und Abgaben zeigen den Unterschied am deutlichsten. Ihre Termine stehen im Gesetz, ihre Höhe folgt dem Geschäft.

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist nach § 18 Abs. 1 UStG bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig, die Lohnsteuer-Anmeldung nach § 41a EStG ebenso am zehnten.

Die Sozialversicherungsbeiträge sind nach § 23 Abs. 1 SGB IV spätestens am drittletzten Bankarbeitstag des laufenden Monats fällig, also vor dem Monatsende.

Die Gewerbesteuer-Vorauszahlungen gehen nach § 19 GewStG am 15. Februar, Mai, August und November ab. Einkommensteuer-Vorauszahlungen folgen nach § 37 EStG am 10. März, Juni, September und Dezember.

10.Tag nach Ablauf des Zeitraums: Umsatzsteuer und Lohnsteuer (§ 18 UStG, § 41a EStG)
4Termine im Jahr für Gewerbesteuer-Vorauszahlungen (§ 19 GewStG)
4Termine im Jahr für Einkommensteuer-Vorauszahlungen (§ 37 EStG)

Ein Rechenbeispiel zeigt die Wirkung. Ein Betrieb fakturiert im März 120.000 € netto statt der üblichen 80.000 €. Bei 19 % sind das 22.800 € Umsatzsteuer statt 15.200 €.

Abzüglich gleicher Vorsteuer von 9.000 € steigt die Zahllast im Rechenbeispiel von 6.200 € auf 13.800 €. Sie geht am 10. April ab, oft bevor die Kunden ihre Märzrechnungen bezahlt haben.

Im Kontoauszug des Vorjahres steht an diesem Termin der kleinere Betrag. Wer nur die Bankhistorie fortschreibt, hat hier gerechnet 7.600 € zu wenig eingeplant.

Banking-Software und EBICS-Clients: das genaueste Ist

Banking-Software ist ein Abwicklungswerkzeug: Sie bewegt Geld, zeigt Kontostände und liefert damit das genaueste Ist, das ein Betrieb hat. Mehrere Konten bei mehreren Instituten, Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge, oft auch Gehaltsläufe.

Im deutschen Markt sind StarMoney Business, Banking4, WISO Mein Geld, Profi cash und ALF-BanCo die bekannten Namen. Sie unterscheiden sich in Bedienung, Plattform und Zahl der unterstützten Institute, kaum im Zweck.

Praktisch entscheiden drei Dinge über die Wahl: welches TAN-Verfahren Ihre Bank verlangt, ob das Programm auf macOS läuft und ob es Rechte für mehrere Freigeber kennt.

Das TAN-Verfahren ist mehr als eine Bedienfrage. Wer für jeden Umsatzabruf eine TAN eintippen muss, kann keinen Abruf automatisieren. Dann bleibt der Export von Hand oder ein EBICS-Zugang.

Für die Prognose zählt vor allem der Export. Ein Programm, das camt.053 schreibt und die Umsätze über Jahre archiviert, liefert die Rohdaten für jede Vorschau.

Viele Bankportale zeigen nur wenige Monate rückwirkend. Für eine Reihe über zwei Jahre braucht es ein Programm, das archiviert, oder Exporte, die jemand aufhebt.

Wie aus einem solchen Export Schritt für Schritt eine Prognose wird, zeigt der Artikel StarMoney Business ergänzen statt ersetzen.

  1. FinTS Der Nachfolger von HBCI, für einzelne Konten und überschaubare Datenmengen. In jeder Banking-Software für kleinere Betriebe eingebaut.
  2. EBICS Für große Dateimengen und mehrere Freigeber, mit eigenem Vertrag und Testverfahren. Die Deutsche Bundesbank empfiehlt diesen Weg ausdrücklich für größere Dateimengen.
  3. camt.053 Das ISO-20022-Format des elektronischen Kontoauszugs: die Datei, die am Ende beider Wege steht und jede Auswertung trägt.

Die beiden Kommunikationsverfahren nennt die Deutsche Bundesbank für ihr Hausbankverfahren; die Verfahrensregeln für EBICS stehen dort ebenfalls.

Ein dritter Weg ist der Kontoinformationsdienst über die Bankschnittstelle nach PSD2. Er ist nach § 1 ZAG erlaubnispflichtig und läuft über lizenzierte Anbieter.

Das Banking-Programm macht seinen Job. Es beantwortet nur eine andere Frage als die, die ich hatte.
Jens Hagel, Mitgründer der frag.hugo Informationssicherheit GmbH

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13-Wochen-Liquiditätsplan

Die Vorlage, die auch nach vier Wochen noch stimmt

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Banking im ERP oder in der Buchhaltung: der Abgleich mit offenen Posten

Im ERP und in der Buchhaltung wird eine Zahlung einem offenen Posten zugeordnet; daraus entsteht die kurze Vorschau der nächsten Wochen. Das ist ihre Stärke für die Prognose.

Ein ERP ist auf den Leistungsprozess gebaut: Angebot, Auftrag, Lieferung, Rechnung, Zahlungseingang. Die offenen Rechnungen mit Fälligkeit sind die Einzahlungen, die als Nächstes kommen.

Auf der Ausgabenseite zeigen die offenen Lieferantenrechnungen, was demnächst abgeht. Wie man die Liste liest, erklärt OPOS-Liste verstehen.

Der Horizont endet mit dem letzten offenen Posten. Löhne, Miete, Steuern und alles, was noch nicht berechnet ist, stehen in keiner OPOS-Liste.

In der Buchhaltung kommt eine zweite Grenze dazu: Die Kanzlei bucht die Bankumsätze meist erst nach Monatsende. Wie die Zuordnung im eigenen Haus schneller geht, zeigt Zahlungseingänge zuordnen.

Rotes Absperrventil an einem Rohr vor einer glatten Wand
Alle Software-Arten hängen am selben Rohr. Sie unterscheiden sich darin, wonach sie das Durchfließende sortieren.

Liquiditätsplanungs-Tools: das Bankkonto in die Zukunft gerechnet

Liquiditätsplanungs-Tools lesen das Bankkonto über eine Schnittstelle, ordnen die Umsätze Kategorien zu und schreiben wiederkehrende Zahlungen fort. Agicap, Tidely, Commitly und finban arbeiten nach diesem Prinzip.

Ihre Stärke ist die wochengenaue Sicht. Wer täglich disponiert oder viele Konten über mehrere Gesellschaften führt, sieht dort schnell, wo es eng wird.

Die Prognose beruht auf der Vergangenheit des Kontos. Was neu ist, fehlt ihr: ein wachsender Umsatz, eine neue Stelle, eine höhere Steuer aus dem besseren Jahr.

Diese Größen tragen die Nutzer von Hand ein. Ergebnis und Bilanz rechnen die meisten dieser Werkzeuge nicht mit, weil sie bei der Bank beginnen und nicht bei der Buchhaltung.

Welche Anbieter es gibt und woher sie ihre Zahlen nehmen, steht im Vergleich der Liquiditätsplanung-Software.

Controlling auf Basis der BWA: der Plan wird zur Zahlung

Controlling auf Basis der BWA plant Umsatz und Kosten je Monat und übersetzt den Plan mit Zahlungszielen und Steuerterminen in eine Liquiditätsprognose. Die Vorschau reicht damit so weit wie der Plan.

Der Startpunkt ist die Historie der Kanzlei-Auswertungen. Saison und Trend der Vorjahre geben je BWA-Zeile einen ersten Plan, den Sie dort ändern, wo Sie mehr wissen.

Aus dem Plan entstehen die Zahlungen: Kunden zahlen nach ihrem Ziel, Löhne und Abgaben zu ihren Terminen, Investitionen und Tilgungen an ihrem Datum. Wie das methodisch läuft, erklärt Cashflow berechnen.

Jede neue BWA zeigt, wo das Ist vom Plan abweicht. Dieselben Monatszahlen speisen ein Frühwarnsystem, das eine Krise in der Marge sieht, bevor sie das Konto erreicht.

Die Grenze ist das Raster. Eine BWA kommt einmal im Monat und einige Wochen nach Monatsende; den Kontostand von heute liefert sie nicht.

Welche Controlling-Programme es für kleinere Betriebe gibt, ordnet Controlling-Software für KMU ein.

Die Übersicht: welche Software-Art welche Prognose liefert

Nebeneinandergestellt wird sichtbar, dass jede Art einen Teil der Prognose am besten kann:

Software-ArtDatenquelleHorizontStärke für die PrognoseWas sie ergänzt braucht
Banking-Software, EBICS-ClientBank über FinTS, EBICSheutegenauestes Ist, Export als camt.053jeden Blick nach vorn
Banking im ERP, Buchhaltungoffene Postenbis zum letzten Postensichere Ein- und Auszahlungen der nächsten WochenLöhne, Steuern, Plan
Liquiditätsplanungs-ToolBankkonto über PSD2Wochen bis MonateKategorien, wochengenaue SichtErgebnis, Bilanz, Steuern aus dem Gewinn
Controlling auf BWA-BasisBWA, SaldenlisteMonate bis JahrePlan, Steuern, Lohn, Soll-Isttagesgenauen Kontostand

Die kurze Frist gehört der Bank, die lange der BWA. Eine Prognose, die beide verbindet, trägt von der nächsten Lohnzahlung bis zum Bankgespräch im Frühjahr.

Messingwaage mit zwei Schalen in einem Holzkasten, in einer Schale liegen Münzen
Zwei Schalen, ein Urteil: Das Ist vom Konto und der Plan aus der BWA wiegen erst zusammen.

Auswahlkriterien: die Checkliste vor dem Vergleich

Ein Banking-Software-Vergleich mit Blick auf die Liquidität prüft zuerst die Datenwege und erst danach die Funktionen. Diese Fragen trennen in der Praxis die passenden von den unpassenden Kandidaten:

  • Exportiert das Banking-Programm den Kontoauszug als camt.053, und hält es die Umsätze über mindestens zwei Jahre?
  • Passt der Zugang zur Bank: FinTS mit automatisierbarem Abruf, EBICS für mehrere Freigeber oder eine PSD2-Anbindung?
  • Liest die Planung die BWA und die Summen- und Saldenliste Ihrer Kanzlei in dem Format, das Sie bekommen?
  • Rechnet sie Umsatzsteuer, Lohn und Vorauszahlungen zu ihren Terminen und nicht als gleichmäßigen Monatsbetrag?
  • Kennt sie Ihre Kontokorrentlinie und zeigt den Monat, in dem es am engsten wird?
  • Stellt sie Plan und Ist jeden Monat nebeneinander, damit die Prognose besser wird?
  • Gibt es Rechte für Geschäftsführung, Buchhaltung und einen Lesezugang für die Kanzlei?
  • Wo liegen die Daten, und wer sieht sie: lokal im Haus oder beim Anbieter in Deutschland?

Die Datenhaltung ist eine echte Entscheidung. Klassische Banking-Software liegt auf dem Rechner, die Daten bleiben im Haus. Cloud-Werkzeuge sind überall erreichbar, die Umsätze liegen dafür beim Anbieter.

Prüfen Sie vor jedem Werkzeugvergleich, ob Ihr jetziges Programm camt.053 exportieren kann. Wenn ja, genügt für die Prognose der Export, und das Banking-Programm bleibt, wie es ist.

Zum 15. November 2026 laufen alte Zahlungsformate aus

Zum 15. November 2026 wird die Anlage 3 des DFÜ-Abkommens in der Version 26.11 verbindlich. Das betrifft jedes Programm, das Zahlungen einreicht.

Die Deutsche Kreditwirtschaft weist darauf hin, dass Aufträge in DTAZV sowie pain.001, pain.008 und pain.007 auf Basis der ISO-Version 2009 ab diesem Datum nicht mehr ohne Weiteres weitergeleitet werden.

Der Auslöser ist die strukturierte Adresse: Mindestens Stadt und Land stehen künftig in eigenen Feldern. Betroffen sind auch Aufträge, die vorher eingereicht und erst danach ausgeführt werden.

Für den Vergleich heißt das: Ein Programm, das nur alte Formate schreibt, scheidet aus. Und die Umstellung ist ein guter Anlass, die Datenquellen einmal ganz zu betrachten.

Drei Kombinationen, die für KMU tragen

Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist die beste Liquiditätsprognose eine Kombination aus dem vorhandenen Banking-Programm und einer Planung auf Basis der BWA. Welche Mischung passt, hängt an Kontenzahl und Takt.

  1. Ein bis zwei Konten, BWA von der Kanzlei: Onlinebanking oder ein schlankes Banking-Programm für die Zahlungen, dazu eine Planung aus der BWA für die nächsten zwölf Monate. Einmal im Monat legen Sie den Kontostand neben die Prognose.
  2. Mehrere Konten, mehrere Freigeber: Banking-Software mit EBICS für den Zahlungsverkehr und den camt.053-Export, die offenen Posten aus dem ERP für die nächsten Wochen und die BWA-Planung für Monate und Jahre.
  3. Tägliche Disposition, mehrere Gesellschaften: ein Liquiditätstool mit Bankanbindung für die Wochensicht, daneben das Controlling auf BWA-Basis für Ergebnis, Bilanz und das Gespräch mit der Bank.

In allen drei Mustern gilt dieselbe Arbeitsteilung: Die Bank liefert den Ausgangspunkt, die BWA die Richtung, und der monatliche Abgleich hält beide ehrlich.

Wie ein solcher Abgleich als feste Gewohnheit aussieht, beschreibt die Anleitung zur Liquiditätsplanung.

Was Yupana in dieser Kombination übernimmt

Yupana übernimmt die Seite der BWA: Es liest BWA und Summen- und Saldenliste und rechnet daraus Plan, Prognose-BWA und eine Liquiditätsprognose bis zehn Jahre. Ihr Banking-Programm bleibt für den Zahlungsverkehr zuständig.

Der Import liest DATEV-BWA als PDF, DATEV-Saldenlisten als CSV, Excel-Dateien aus Lexware, DATEV und Addison sowie Dateien aus Simba, Sage 50, Scopevisio und Agenda. Den Kontoauszug als camt.053 liest er ebenfalls.

Aus der Historie entsteht ein Startplan je BWA-Zeile, mit Szenarien, Personalplan, Investitionen und Darlehen. Die Liquiditätsprognose zeigt den Verlauf gegen Ihre Kontokorrentlinie.

Jede neue BWA steht im Soll-Ist neben dem Plan. Die Frühwarnung nach § 1 StaRUG und die Bankgespräch-Mappe rechnen aus denselben Zahlen; die Kanzlei bekommt bei Bedarf einen Lesezugang.

Den Überblick, wie Planung und Prognose zusammenhängen, gibt die Seite zur Liquiditätsplanung; die Bedienung erklärt der Docs-Eintrag zur Liquiditätsprognose.

„Unsere Bank zeigt doch den Kontostand“

Das stimmt für heute. Ob das Geld bis zum Quartalsende reicht, zeigen die Zahlungen, die noch entstehen: Rechnungen aus laufenden Aufträgen, Löhne, die Umsatzsteuer aus dem starken Monat. Diese Größen stehen in der BWA und im Plan.

Der zweite Einwand lautet: „Die BWA kommt zu spät.“ Für den Kontostand von morgen stimmt das. Für die Frage, ob das nächste Quartal trägt, ist sie die genaueste Quelle im Haus.

Ein dritter kommt aus der IT: „Noch ein Zugang zu unseren Konten.“ Der Dateiweg ist der ruhigere: Es entsteht keine neue Verbindung zur Bank, sondern ein Export aus dem Programm, das ohnehin läuft.

Mehr dazu steht auf der Seite zur Sicherheit.

Wo jede Prognose an ihre Grenze kommt

Eine Prognose sagt, was passiert, wenn der Plan hält. Ob ein Großkunde pünktlich zahlt, weiß keine Software; sie zeigt nur früh, wenn er es nicht tut.

Ihr Wert entsteht im Abgleich. Wer jeden Monat Prognose und Konto nebeneinanderlegt, sieht, in welche Richtung er sich verschätzt, und plant beim nächsten Mal genauer.

Die Entscheidung bleibt beim Menschen. Ob eine Investition verschoben, eine Linie erhöht oder ein Zahlungsziel verkürzt wird, beantwortet die Geschäftsführung mit den Zahlen auf dem Tisch.

Die Frage beim Banking-Software-Vergleich lautet nicht, welches Programm die längste Funktionsliste hat, sondern welcher Teil der Prognose fehlt. Das Ist liefert Ihre Bank schon. Für die Monate danach braucht es die BWA.

Wer die nächsten Wochen erst einmal von Hand durchrechnen will, beginnt mit dem 13-Wochen-Liquiditätsplan.

Laden Sie Ihre letzte BWA hoch und sehen Sie in Sekunden, was drinsteht — direkt im Browser, die Datei bleibt bei Ihnen.

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Häufige Fragen

Welche Banking-Software ist die beste für Unternehmen?
Die beste ist die, die zu Ihrer Bank und Ihrer Freigabepraxis passt. Entscheidend sind drei Punkte: das TAN-Verfahren oder ein EBICS-Zugang, die Plattform (Windows, macOS, Browser) und Rechte für mehrere Freigeber. Bekannte Programme im deutschen Markt sind StarMoney Business, Banking4, WISO Mein Geld, Profi cash und ALF-BanCo. Für eine spätere Auswertung zählt zusätzlich, ob das Programm den Kontoauszug als camt.053 exportiert und die Umsätze über mehrere Jahre archiviert.
Was ist der Unterschied zwischen FinTS und EBICS?
Beides sind Kommunikationsverfahren zwischen Kunde und Bank. FinTS ist der Nachfolger von HBCI und für einzelne Konten und überschaubare Datenmengen gedacht. EBICS überträgt große Dateien, kennt eine verteilte elektronische Unterschrift für mehrere Freigeber und braucht einen eigenen Vertrag mit der Bank. Die Deutsche Bundesbank nennt beide als Wege ins Hausbankverfahren und empfiehlt EBICS ausdrücklich für größere Dateimengen.
Was ist eine Liquiditätsvorschau?
Eine Liquiditätsvorschau rechnet vom heutigen Bankbestand aus, welche Ein- und Auszahlungen in den nächsten Wochen und Monaten anstehen, und zeigt den erwarteten Kontostand je Periode. Belastbar wird sie, wenn sie zwei Quellen verbindet: die Bankdaten für den Ausgangsbestand und den Rhythmus der Zahlungen, die BWA und die Summen- und Saldenliste für Umsatz, Kosten, Löhne, Steuern und offene Posten. Kurzfristig rechnet man in Wochen, für Bank und Planung in Monaten.
Liquiditätsplanung-Software oder Banking-Software — was brauche ich?
Für den Zahlungsverkehr brauchen Sie Banking-Software, für den Blick nach vorn eine Planung. Banking-Software zeigt das Ist am genauesten: Bestand, Umsätze, Zahlungen. Eine Liquiditätsplanung rechnet daraus und aus der Ertragsseite die kommenden Monate. Die meisten Betriebe kombinieren beides: Das Banking-Programm bleibt für Überweisungen und Kontoabruf zuständig, die Planung liest den Export oder die BWA und rechnet die Vorschau. Ein Wechsel der Banking-Software ist dafür selten nötig.
Wie erstellt man eine Cashflow-Prognose?
Eine Cashflow-Prognose beginnt beim aktuellen Bankbestand und addiert Monat für Monat die erwarteten Einzahlungen und Auszahlungen. Einzahlungen folgen aus Umsatz und Zahlungsziel, Auszahlungen aus Material, Löhnen samt Sozialabgaben, Miete, Zins und Tilgung. Dazu kommen Termine mit festem Datum: Umsatzsteuer und Lohnsteuer am 10. des Folgemonats, Vorauszahlungen auf Gewerbe- und Ertragsteuer viermal im Jahr. Jeden Monat wird die Prognose gegen das tatsächliche Konto geprüft und nachgezogen.
Was ist camt.053?
Das ISO-20022-Format für den elektronischen Kontoauszug. Eine camt.053-Datei enthält je Buchungstag alle Umsätze eines Kontos samt Verwendungszweck, Gegenpartei, Buchungsschlüssel und Referenzen, deutlich strukturierter als ein CSV-Export. Die Belegungsregeln für den deutschen Markt stehen in der Anlage 3 des DFÜ-Abkommens der Deutschen Kreditwirtschaft. Fast jede Banking-Software und jedes Bankportal für Firmenkunden kann dieses Format ausgeben, und Planungsprogramme lesen es ein.
Was ändert sich zum 15. November 2026 im Zahlungsverkehr?
Die Deutsche Kreditwirtschaft hat die Version 26.11 der Anlage 3 des DFÜ-Abkommens veröffentlicht, gültig ab dem 15. November 2026. Ab dann können Kundenaufträge in den Altformaten DTAZV sowie pain.001, pain.008 und pain.007 auf Basis der ISO-Version 2009 nicht mehr ohne Weiteres weitergeleitet werden; unter anderem wird eine strukturierte Adresse mit mindestens Stadt und Land verlangt. Betroffen sind auch früher eingereichte Aufträge mit späterem Ausführungsdatum.
Brauche ich Banking-Software, wenn ich Onlinebanking habe?
Für ein einzelnes Konto meist nicht. Der Unterschied zeigt sich ab dem zweiten Konto und beim Export: Ein Programm holt alle Konten in eine Ansicht, hält die Historie über Jahre und liefert einen maschinenlesbaren Auszug. Das Portal der Bank zeigt oft nur wenige Monate rückwirkend und exportiert in ein Format, das jedes Institut etwas anders auslegt. Für eine Liquiditätsprognose ist die lange Historie der entscheidende Punkt.

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