Tidely-Alternative: wenn die Frage nicht „wann“, sondern „wofür“ lautet
Tidely plant Liquidität gut. Wer eine Alternative sucht, hat meist ein anderes Problem — und das löst auch das nächste Planungswerkzeug nicht.
Inhalt in Kürze
- Tidely plant Liquidität solide — die Suche nach einer Alternative hat meist andere Gründe.
- Drei Motive führen dorthin: Preis, fehlende Funktionen, oder ein falsch gestelltes Problem.
- Nur das dritte Motiv rechtfertigt eine andere Werkzeugklasse. Die ersten beiden führen zum nächsten Planungswerkzeug.
- Die Prüffrage vor jedem Wechsel: Fehlt eine bessere Vorschau — oder fehlt der Überblick über die laufenden Kosten?
Was Tidely tatsächlich leistet
Tidely bindet Bankkonten an, führt die Salden zusammen, erkennt wiederkehrende Zahlungen und rechnet daraus eine Vorschau. Dazu kommen Szenarien: Was passiert, wenn der große Kunde später zahlt?
In Erfahrungsberichten wird vor allem die Zugänglichkeit gelobt — ein Werkzeug, das man ohne Einführungsprojekt bedienen kann. Für Betriebe, deren Frage tatsächlich lautet „reicht das Geld am Fünfzehnten“, ist das eine passende Antwort.
Wer also überlegt zu wechseln, sollte zuerst klären, ob die Planung das Problem ist. In den meisten Fällen ist sie es nicht.
Die drei Gründe für die Suche — und was sie bedeuten
Der Preis. Auf der eigenen Preisseite nennt Tidely drei feste Pakete: Starter 39 €, Professional 75 €, Business 189 € im Monat, dazu ein Enterprise-Paket auf Anfrage (Stand: 30. August 2026). Die Pakete unterscheiden sich nach Zahl der Bankkonten und Nutzer.
Vergleichsportale nennen für dieselben Stufen teils andere Werte — 49 €, 99 € und 249 € stehen dort ebenfalls (Stand: 30. August 2026). Dass die Zahlen auseinandergehen, ist selbst eine Information: Preise ändern sich, Portale hinken hinterher.
Maßgeblich ist deshalb die Anbieterseite zum Zeitpunkt des Angebots, nicht der Vergleich.
Ein zweiter Blick lohnt außerdem bei den Zusatzposten: Weitere Bankkonten, Nutzer, Gesellschaften und Anbindungen werden einzeln berechnet. Das schiebt ein günstig wirkendes Paket schnell in die nächste Stufe.
Wer wegen des Preises sucht, findet Alternativen im selben Segment. Das ist eine legitime Verhandlungsposition, aber keine strategische Entscheidung.
Fehlende Funktionen. Mehrere Gesellschaften konsolidieren, tiefere ERP-Anbindung, Mehrmandantenfähigkeit. Wer das braucht, landet bei Treasury-Werkzeugen wie Agicap — mit entsprechendem Preis und Einführungsaufwand. Die Einordnung steht unter Agicap-Alternative.
Das falsch gestellte Problem. Der häufigste Fall — und der einzige, bei dem ein anderes Planungswerkzeug nicht hilft.
Die Frage hinter der Frage
Wer eine Liquiditätsplanung einführt und nach einem halben Jahr unzufrieden ist, hat oft nicht das Werkzeug falsch gewählt, sondern die Frage.
„Wann kommt und geht Geld“ ist eine Terminfrage. Sie lässt sich mit einer Vorschau beantworten.
„Wofür geht monatlich Geld weg, und wer hat das entschieden“ ist eine Bestandsfrage. Sie lässt sich mit keiner Vorschau beantworten — auch nicht mit einer präziseren.
Der Unterschied wird im Alltag daran sichtbar, dass die Vorschau stimmt und trotzdem niemand erklären kann, warum die Fixkosten seit zwei Jahren steigen. Die Planung zeigt die Summe korrekt an. Sie sagt nur nicht, woraus sie besteht.
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Wo eine Vorschau systematisch danebenliegt
Auch die beste Planung rechnet nur mit dem, was man ihr gibt. Zwei Annahmen sind dabei so verbreitet, dass sie kaum noch auffallen — und beide verschieben das Ergebnis in dieselbe Richtung: zu früh, zu viel.
Die erste: Fälligkeit statt Zahlungsverhalten. Viele Werkzeuge und praktisch jede selbstgebaute Tabelle planen offene Forderungen zum vereinbarten Zahlungsziel ein. Das ist der Termin, an dem gezahlt werden müsste, nicht der, an dem gezahlt wird.
Der Unterschied ist keine Kleinigkeit. Nach § 286 Abs. 3 BGB kommt der Schuldner einer Entgeltforderung erst 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnungszugang automatisch in Verzug.
Bis dahin bleibt ein Überziehen des Zahlungsziels folgenlos — und entsprechend häufig kommt es vor.
Wer stattdessen den Durchschnitt der letzten zwölf Zahlungen je Kunde ansetzt, plant unbequemer und trifft besser. Warum ein offener Posten überhaupt kein Termin ist, erklärt der Glossareintrag OPOS.
Die zweite: die Grundlast wird gepflegt, die Ausnahmen nicht. Miete, Löhne und Abos erkennt jedes Werkzeug selbst aus den Kontobewegungen. Steuernachzahlungen, Boni, Investitionen und Sonderzahlungen erkennt keines — die muss jemand eintragen.
Genau daran scheitert eine Planung nach einem halben Jahr. Nicht am Werkzeug, sondern daran, dass niemand mehr Erwartungen hineinschreibt. Ein Wechsel repariert das nicht; er verschiebt nur, in welcher Oberfläche die Lücke entsteht.
Wo Yupana anders ansetzt
Yupana plant keine Liquidität im Sinne einer Terminvorschau mit Szenarien. Es beantwortet die andere Frage: Welche wiederkehrenden Zahlungen laufen, seit wann, zu welchem Preis, mit welcher Kündigungsfrist — und wer ist dafür zuständig?
Dazu kommen Software-Lizenzen und die BWA in derselben Ansicht. Die Preise liegen bei 99 € und 199 € im Monat, je Unternehmen und mit unbegrenzter Nutzerzahl.
Was Yupana ausdrücklich nicht tut: keine Firmenkarten, keine Buchhaltung, kein Zahlungsverkehr — und keine Szenariorechnung auf Wochenebene, wie sie ein spezialisiertes Planungswerkzeug bietet. Wer genau das braucht, ist dort besser aufgehoben.
In größeren Häusern laufen deshalb beide Ebenen nebeneinander: das Planungswerkzeug für die Vorschau, ein Kostenwerkzeug für den Bestand. Die Fragestellungen überschneiden sich weniger, als es zunächst wirkt.
Der Datenweg ist dabei derselbe. Yupana liest Kontobewegungen über CAMT.053, das Standardformat, das jede deutsche Bank liefert — es braucht keine zweite Bankanbindung neben der bestehenden.
Was daraus entsteht, ist keine Wochenvorschau, sondern eine Bestandsliste: welche Verträge laufen, seit wann, zu welchem Preis. Wie die Kennzahlen dahinter gerechnet werden, steht unter BWA verstehen.
Die Alternativen im Umfeld — und wofür sie stehen
Wer im deutschsprachigen Raum sucht, stößt immer auf dieselben Namen. Sie unterscheiden sich weniger im Funktionsumfang als in der Ausrichtung.
Commitly kommt wie Tidely aus der Banking-Ecke und rechnet aus den Kontobewegungen eine Vorschau. Öffentliche Fixpreise nennt der Anbieter nicht. Für Betriebe mit einer Gesellschaft und wenigen Konten ist das dieselbe Klasse — ein Wechsel dorthin löst dasselbe Problem mit anderer Oberfläche.
Agicap zielt auf mehrere Gesellschaften, viele Banken und echten Treasury-Bedarf. Öffentliche Fixpreise nennt der Anbieter nicht; auf der Preisseite steht ein individuelles Angebot. Vergleichsportale nennen Einstiegswerte zwischen rund 35 € und 49 € im Monat (Stand: 30. August 2026), die stark von Nutzern und Bankkonten abhängen.
Wer die Treasury-Anforderungen nicht hat, zahlt für Konsolidierung, die nie stattfindet. Wo genau die Grenze zwischen beiden Klassen verläuft, steht im Artikel Treasury oder Kostenübersicht.
Finban und ähnliche Werkzeuge verbinden Liquiditätsplanung mit Finanzplanung über längere Zeiträume — sinnvoll, wenn neben der Wochenvorschau auch eine mehrjährige Planung gebraucht wird.
Buchhaltungsprogramme mit Liquiditätsteil decken den Bedarf kleiner Betriebe oft mit ab und kosten einen Bruchteil. Der Nachteil: Sie rechnen mit Fälligkeiten statt mit beobachtetem Zahlungsverhalten und planen dadurch systematisch zu früh.
Die ehrliche Zusammenfassung: Innerhalb der Planungsklasse sind die Unterschiede graduell. Wer wechselt, sollte einen konkreten Anlass nennen können — Bankabdeckung, Preisbasis, Mehrmandantenfähigkeit. „Gefällt mir besser“ trägt den Aufwand nicht.
Was ein Wechsel tatsächlich kostet
Der Lizenzpreis ist der kleinere Teil. Drei Posten kommen dazu, und sie werden regelmäßig unterschätzt.
Die Einrichtung. Bankverbindungen neu anbinden, Freigaben je Institut, Kategorien anlegen, wiederkehrende Zahlungen prüfen. Realistisch ein bis zwei Arbeitstage, verteilt über mehrere Wochen, weil Bankfreigaben ihre eigene Geschwindigkeit haben.
Die Historie. Wenn sich zwölf Monate nicht rückwirkend einlesen lassen, beginnt jeder Vergleich bei null — und das erste Jahr liefert keine Aussage über Entwicklungen.
Der Parallelbetrieb. Bis das neue System trägt, laufen beide. Wenn die Restlaufzeit des alten Vertrags ungünstig liegt, sind das schnell zwölf Monate doppelte Kosten.
Diese drei zusammen ergeben eine einfache Regel: Ein Wechsel innerhalb derselben Werkzeugklasse lohnt sich selten. Ein Wechsel in eine andere Klasse — oder eine Ergänzung — beantwortet dagegen eine Frage, die vorher offen war.
Wann ein Wechsel sich rechnet — und wann nicht
| Situation | Sinnvoller Schritt |
|---|---|
| Planung wird genutzt, Bankanbindung läuft | bleiben |
| Paket zu groß für den Bedarf | Tarif prüfen, nicht Anbieter |
| Mehrere Gesellschaften, viele Banken | Treasury-Werkzeug |
| Vorschau stimmt, Fixkosten unerklärt | Kostenwerkzeug ergänzen |
| Niemand pflegt die Ereignisse | erst Zuständigkeit klären, dann Werkzeug |
Die letzte Zeile ist die unangenehmste und die häufigste. Kein Werkzeug trägt eine Planung, die niemand mit Erwartungen füllt — die Grundlast läuft automatisch, aber Einstellungen, Investitionen und Sonderzahlungen kommen nicht von allein hinein.
Drei Punkte vor jedem Wechsel
- Datenweg klären. Kommen die Kontodaten automatisch, per Bankschnittstelle oder über CAMT-Export? Ohne laufende Handarbeit ist die Antwort brauchbar, mit nicht.
- Historie prüfen. Lassen sich zwölf Monate rückwirkend einlesen, oder beginnt jede Auswertung bei null? Ohne Historie gibt es im ersten Jahr keinen Vergleich.
- Restlaufzeit ansehen. Ein Wechsel, der kurz nach dem Kündigungsfenster entschieden wird, kostet ein zusätzliches Jahr — die Fristenrechnung steht unter Kündigungsfristen verwalten.
Bevor du eine Tidely-Alternative suchst, prüfe, ob die Planung überhaupt dein Problem ist. Fehlt die Vorschau, hilft ein anderes Planungswerkzeug. Fehlt der Überblick über die laufenden Kosten, hilft keines davon.
Wie die Werkzeugklassen zusammenhängen, steht unter Liquiditätsplanung-Software im Vergleich; der Weg vom Kontoauszug zur Kostenübersicht unter SaaS-Kosten im Griff und Zombie-Abos erkennen. Die Vorschau selbst bleibt Sache der Liquiditätsplanung.
Zwölf Monate Kontoauszug, drei Suchmuster — danach weißt du, ob dir eine Vorschau fehlt oder ein Überblick.
Inventur-Raster herunterladen- § 17 InsO — Zahlungsunfähigkeit
- § 271 BGB — Fälligkeit als Grundlage der Planung
- § 309 BGB — Grenzen für Laufzeit- und Verlängerungsklauseln
- EBICS — Datenformate, darunter CAMT.053
Preisangaben stammen aus den Anbieterseiten und aus öffentlich zugänglichen Vergleichsportalen, zuletzt geprüft am 30. August 2026; sie gehen zwischen den Quellen auseinander. Maßgeblich ist die Anbieterseite zum Zeitpunkt des Angebots. Wettbewerber werden bewusst nicht verlinkt.
Häufige Fragen
- Was kann Tidely gut?
- Liquiditätsplanung auf Basis angebundener Bankkonten: Kontostände zusammenführen, wiederkehrende Zahlungen erkennen, eine Vorschau über die kommenden Wochen rechnen und Szenarien durchspielen. Die Bedienung gilt in Erfahrungsberichten durchgehend als zugänglich — für Betriebe, deren Frage tatsächlich „wann kommt und geht Geld“ lautet, ist das ein passendes Werkzeug. Die Suche nach einer Alternative hat deshalb selten mit der Planungsfunktion zu tun.
- Was kostet Tidely?
- Auf der eigenen Preisseite nennt Tidely drei feste Pakete: Starter für 39 €, Professional für 75 € und Business für 189 € im Monat, dazu ein Enterprise-Paket auf Anfrage. Sie unterscheiden sich nach Zahl der Bankkonten und Nutzer; weitere Konten, Nutzer, Gesellschaften und Anbindungen kosten extra. Vergleichsportale nennen für dieselben Stufen teils höhere Werte — 49 €, 99 € und 249 €. Maßgeblich ist die Anbieterseite zum Zeitpunkt des Angebots. Stand dieser Recherche: 30. August 2026.
- Warum suchen Unternehmen nach einer Tidely-Alternative?
- Aus drei Gründen, die sich klar unterscheiden. Erstens der Preis, wenn das gewählte Paket über dem Nutzen liegt. Zweitens fehlende Funktionen — Mehrmandantenfähigkeit, tiefere ERP-Anbindung, Konsolidierung über Gesellschaften. Und drittens, am häufigsten: Das eigentliche Problem war nie die Planung, sondern die Frage, wofür monatlich Geld abfließt. Nur der dritte Grund führt zu einer anderen Werkzeugklasse.
- Was ist der Unterschied zwischen Liquiditätsplanung und Ausgabenkontrolle?
- Liquiditätsplanung schaut nach vorn und beantwortet, ob das Geld zu jedem Termin reicht. Ausgabenkontrolle schaut auf den Bestand und beantwortet, wofür regelmäßig Geld abfließt und wer das verantwortet. Beide arbeiten mit denselben Kontodaten, ziehen daraus aber verschiedene Schlüsse. Ein Betrieb, der seine laufenden Verträge nicht kennt, löst das nicht mit einer genaueren Vorschau.
- Wann sollte man bei Tidely bleiben?
- Wenn die Planung tatsächlich genutzt wird und die Bankanbindung mit den eigenen Instituten funktioniert. Ein Wechsel kostet Einrichtung, Datenübernahme und Gewöhnung — das lohnt sich nur, wenn das neue Werkzeug eine Frage beantwortet, die das alte gar nicht stellt. Unzufriedenheit mit einzelnen Bedienschritten ist dafür kein ausreichender Grund.
- Worauf achtet man beim Wechsel eines Liquiditätswerkzeugs?
- Auf drei Punkte: Wie kommen die Kontodaten ins neue System und funktioniert das ohne laufende Handarbeit? Lässt sich die Historie rückwirkend einlesen, oder beginnt die Auswertung bei null? Und wie lange läuft der bestehende Vertrag noch? Ein Wechsel, der drei Monate vor der Kündigungsfrist entschieden wird, kostet ein zusätzliches Jahr Parallelbetrieb.

